Wiesbaden – Radverkehr dringendstes Problem für die Wiesbadener

Hessische-Nachrichten - Wiesbaden - Aktuell -Wiesbaden – 56 Prozent der Wiesbadenerinnen und Wiesbadener sind mit den Fahrradwegen und der Radverkehrssicherheit in Wiesbaden unzufrieden oder sehr unzufrieden: Das hat die repräsentative Bürgerumfrage 2018 des städtischen Amts für Statistik und Stadtforschung ergeben. Somit ist in diesem Jahr die Radverkehrssituation noch vor den Themen Sauberkeit, Sicherheit und Attraktivität der Innenstadt das Feld, das von den Befragten am stärksten bemängelt wurde.

„Dass immer mehr Menschen die bislang noch stark ausbaufähige Radverkehrsinfrastruktur in Wiesbaden beanstanden, zeigt vor allem eines: Der Radverkehr ist schon lange kein Nischenthema mehr, sondern eines, das die breite Bevölkerung beschäftigt“, so Andreas Kowol, Dezernent für Umwelt, Grünflächen und Verkehr. „Insbesondere bei der Aufteilung des Verkehrsraumes muss eine andere Prioritätensetzung erfolgen; ebenso ist eine ausreichende Ausstattung des Radverkehrsbudgets in den kommenden Jahren sicherzustellen.“

Derzeit arbeitet die Stadtverwaltung an der Herstellung des Rad-Grundnetzes 2020: Wichtige Radverbindungen in der Friedrich-Ebert-Allee, der Äppelallee, dem Bismarckring (zwischen Sedanplatz und Blücherstraße) und der Kasteler Straße wurden bereits fertiggestellt oder werden bald eröffnet. Ein weiterer Radweg auf der Saarstraße Richtung Schierstein ist bereits fertig geplant und dessen Baubeginn steht bevor; die Planung einer Verbindung auf der Emser Straße befindet sich auf der Zielgeraden.

Darüber hinaus wurde eine Vielzahl an weiteren Radverkehrsmaßnahmen umgesetzt: Das städtische Fahrradverleihsystem „meinRad“ ging im Juli 2018 an den Start, es wurden neue Fahrradabstellanlagen errichtet und „Protected Bike Lanes“ sorgen nun an verschiedenen innerstädtischen Standorten für mehr Sicherheit. In Kürze wird die Stadt eine Kaufprämie für Lastenräder anbieten, die Bürgerinnen und Bürger beim Kauf eines Cargo-Bikes mit bis zu 1.000 Euro, maximal 25 Prozent des Einkaufspreises, unterstützt.

„Natürlich ist das erst der Anfang: Ich werde weiterhin mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Dezernat und den Fachämtern mit Hochdruck daran arbeiten, den Radverkehr in Wiesbaden zu stärken. Zugleich bitte ich die Bürgerinnen und Bürger auch um Verständnis, dass weitreichende Veränderungsprozesse wie der Ausbau der Radinfrastruktur in einer bislang nicht sehr fahrradfreundlichen Stadt eine gewisse Zeit benötigt“, so der Verkehrsdezernent.

Darüber hinaus sinkt die Zufriedenheit mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln im Vergleich zum Jahr 2016. „Trotz Taktverdichtungen und fortwährenden Optimierungen im Betriebsablauf von ESWE-Verkehr können wir aus dem aktuellen Bussystem nicht mehr ‚rauspressen‘, es befindet sich am Limit. Eine Neustrukturierung des ÖPNV ist mittelfristig unabdingbar“, erklärt Stadtrat Kowol.

„Diese Umfrage macht deutlich, dass die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener die Stärkung der umwelt- und klimafreundlichen Mobilität einfordern und von Politik und Verwaltung erwarten, die Verkehrswende noch entschiedener voranzutreiben“, so der Verkehrsdezernent abschließend.

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