Wiesbaden – RMCC setzt deutschlandweit auch bei der Energieeffizienz Maßstäbe

Hessen-Tageblatt - News und Themen - WiesbadenWiesbaden – Das Wiesbadener RheinMain CongressCenter (RMCC) ist Vorbild und Impulsgeber für innovativen Klimaschutz in Gebäuden und setzt auf Nachhaltigkeit als attraktives Qualitätsmerkmal für Veranstalter.

Das neue RMCC setzt in vielerlei Hinsicht Maßstäbe, vor allem jedoch auch bei der Energieeffizienz. Mit einem bis dato völlig neuen Energiekonzept versorgt sich das CongressCenter quasi selbst: Es generiert unter anderem die Energie, die für den Betrieb einer Wärmepumpe zum Temperieren der Bodenflächen benötigt wird, mittels einer Photovoltaikanlage mit 768 Modulen, die auf einer 3500 Quadratmeter großen Fläche des Hallendaches Nord verteilt sind.

„Wir hatten uns dem Ziel des effizienten Bauens von Beginn an verschrieben, und wir haben durch die Kombination verschiedener Technologien effizient gebaut und damit Impulse für innovativen Klimaschutz in Gebäuden gegeben“, so Wiesbadens Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel bei der Präsentation des RMCC-Energieversorgungskonzeptes. Die Umsetzung des drei Bausteine umfassenden wegweisenden Energiekonzepts gelang der Landeshauptstadt Wiesbaden als Bauherrn im Schulterschluss mit dem Wiesbadener Umweltamt, das mit der Umsetzung des vom Stadtparlament verabschiedeten so genannten 20-20-20-Ziels und des integrierten Klimaschutzkonzeptes betraut ist, und dem kommunalen Energiedienstleister ESWE Versorgungs AG.

Die gute Kooperation der drei Partner trug prompt Früchte: Das RMCC wurde von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e. V. (DGNB) mit dem Zertifikat in Platin ausgezeichnet. Mit diesem höchstmöglichen Gütesiegel würdigt die Gesellschaft das RMCC, das sich ständig verändernden Anforderungen an Beheizung und Kühlung anpassen muss, als eines der nachhaltigsten Veranstaltungszentren weltweit. Ein Qualitätsmerkmal, das auch bei Veranstaltern punktet.

„Hessenweit einmaliges Leuchtturmprojekt“

Für Wiesbadens Umweltdezernenten Andreas Kowol stellt das innovative Energieversorgungskonzept des RMCC ein „hessenweit einmaliges Leuchtturmprojekt im Bereich der Energieeffizienz von Gebäuden“ dar. Das Konzept zeige Perspektiven auf und mache deutlich, wie den zukünftigen baulichen Herausforderungen einer Großstadt begegnet werden könne und sich klimafreundliche städtebauliche Lösungen ohne Abstriche an den Komfort realisieren ließen. „Gebäude haben in Deutschland einen wesentlichen Anteil am Gesamtenergiebedarf“, machte Kowol deutlich. Sie benötigen 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und verursachen rund 30 Prozent aller CO2-Emissionen. Beim neuen RMCC wurden laut Kowol gleich mehrere im Wiesbadener Klimaschutzkonzept favorisierte Maßnahmen kombiniert. Dazu gehören die „Energieeffizienz von Nicht-Wohngebäuden“, die „Förderung von Solarenergie“, der „Ausbau von Fernwärme“, die „Nutzung von Abwasserwärme“ und „Contracting Modelle zur Eigenstromversorgung“.

„Der Herausforderung, im neuen Wiesbadener Veranstaltungszentrum höchste Energieeffizienz zu gewährleisten, haben wir uns gerne und mit großem Enthusiasmus gestellt“, unterstrich Ralf Schodlok, Vorstandsvorsitzender der ESWE Versorgungs AG. Das Unternehmen, selbst der Nachhaltigkeit durch ressourcenschonende Energiegewinnung verpflichtet, hat dazu in Zusammenarbeit mit der Stadt ein auf drei Bausteinen basierendes Energiekonzept entwickelt, „bei dem auch die Fernwärme aus unserem Biomasseheizkraftwerk zum Einsatz kommt“, so Schodlock.

Hoher energetischer Standard

Das RMCC wird über temperierte Bodenflächen geheizt. „Dafür nutzen wir die Wärme aus dem Abwasser des Kanals“, erläuterte Jörg Höhler, Vorstandsmitglied der ESWE Versorgungs AG. Die Versorgung der Spitzenlasten erfolgt mit Fernwärme aus dem Biomasseheizkraftwerk. „Die Energie, sprich den Strom, der für den Betrieb der Fernwärmepumpe benötigt wird, erzeugt die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Halle Nord, die darüber hinaus den Großteil des Strombedarfs des RMCC im Normalbetrieb deckt“, veranschaulichte Höhler das Energiekonzept, das die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2016 unterschreitet und den hohen energetischen Standard des Kongresszentrums dokumentiert. Das Land Hessen förderte das innovative Projekt der Abwasserwärmenutzung; von der Stadt Wiesbaden wurde die Photovoltaikanlage, die jährlich rund 180.000 Kilowattstunden umweltfreundlichen Solarstroms produzieren wird, bezuschusst.

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