Wiesbaden – Umwelt: Land Hessen fördert Renaturierung des Klingenbachs

Hessische-Nachrichten - Wiesbaden - Aktuell -Wiesbaden – Umwelt: Der Klingenbach wird in der Ortslage Breckenheim auf einer Länge von 500 Metern renaturiert.

Damit soll die zum Großteil mit Rasengittersteinen befestigte und betonierte Bachtrasse im Bereich zwischen der Kreuzung Alte Dorfstraße/Klingenbachstraße und Neue Schulstraße ökologisch aufgewertet werden. Der aktuelle Zustand des Klingenbachs in diesem Abschnitt entspricht laut EU-Wasserrahmenrichtlinie der schlechtmöglichsten Klassifizierung und wird als „vollständig verändert“ eingestuft.

Die Kosten der Maßnahme liegen bei 780.000 Euro. Das Land Hessen fördert die Arbeiten mit 660.000 Euro, also rund 85 Prozent der Gesamtkosten aus dem Landesprogramm „Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“, und macht damit die Renaturierung erst möglich. Aufgrund der Nähe zur angrenzenden Wohnbebauung, einer Kindertagesstätte und anderer Infrastruktureinrichtungen erfolgt die Renaturierung teilweise mit zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen.

Ein intensiver Abstimmungsprozess zwischen dem städtischen Umweltamt, dem Land Hessen, Anliegern und dem Ortsbeirat Breckenheim war dem Beschluss zur Umsetzung der Maßnahme vorausgegangen; ebenso die wasserrechtliche Plangenehmigung, die das zuständige Regierungspräsidium Darmstadt im September 2018 erteilt hat.

Das Umweltamt führt die Renaturierung innerhalb der städtischen Gewässerparzelle durch. Nach aktuellen Vermessungsergebnissen variiert die Gewässerbreite in dem Abschnitt zwischen 3,70 und 4,60 Metern. In Bereichen mit entsprechenden Platzverhältnissen werden die alten Rasengittersteine entfernt und die Entwicklung des Klingenbachs innerhalb der städtischen Gewässerparzelle zugelassen. Die Grenze zu Anliegergrundstücken wird mit naturnahen Sicherungsmaßnahmen aus Taunusquarzit realisiert.

Durch Flächenankauf ist es möglich, im oberen Planungsabschnitt einen neuen naturnahen Bachabschnitt anzulegen. Der restliche Altlauf wird teilverfüllt und dient als Stillwasserzone und Rückhalteraum bei stärkeren Regenereignissen. In Abstimmung mit der Feuerwehr werden vorhandene Löschwasserstellen naturnah um- oder sogar vollständig zurückgebaut.

In enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden müssen notwendige Baumfällungen im Vorfeld durchgeführt werden, um die späteren Renaturierungsmaßnahmen zu ermöglichen. Die Fällarbeiten sind Anfang Februar unter Berücksichtigung der Schonzeit für den Naturschutz vorgesehen. Eine Auszeichnung der betroffenen Bäume wurde bereits vorgenommen. Mit der Ersatzpflanzung von auentypischen Gehölzen, Stauden und Gräsern wird der Klingenbach letztendlich wieder ein naturnahes Erscheinungsbild erhalten, von dem nicht nur die heimische Tier- und Pflanzenwelt profitieren wird.

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