Frankfurt am Main – Stadtrat Schneider präsentiert ‚frankfurt statistik aktuell‘ zur Entwicklung der G8-Schuljahrgänge in Frankfurt

Abitur nach zwölf Jahren immer seltener.

Hessische-Nachrichten - Stadt Frankfurt am Main - Aktuell -Frankfurt am Main – (ffm) Im Schuljahr 2019/2020 besuchten 17.314 Schülerinnen und Schüler die Unter- und Mittelstufe eines Frankfurter Gymnasiums. 2563 davon – weniger als ein Fünftel – lernten in Jahrgangsstufen mit der verkürzten Gymnasialzeit G8. Damit setzt sich der Trend fort, dass immer weniger Schülerinnen und Schüler das Abitur nach zwölf Schuljahren ablegen. Das geht aus der neuesten Ausgabe von „frankfurt statistik aktuell“ hervor, die der für die Frankfurter Statistik zuständige Dezernent, Stadtrat Jan Schneider, vorstellte.

Statistisches Material zu gymnasialen Schuljahrgängen mit acht oder neun Jahren liegt seit 2006 vor. Von 13.551 Frankfurter Schülerinnen und Schülern der Mittelstufe besuchten 2006, zwei Jahre nach Einführung der verkürzten Gymnasialzeit, ein knappes Drittel (30,2 Prozent, 4086) G8-Jahrgänge und gut zwei Drittel (69,8 Prozent, 9465) G9-Jahrgänge. „Bis 2012 wurden die G8-Jahrgänge auch in Frankfurt kräftig ausgebaut“, erläutert Stadtrat Schneider die Entwicklung. 92,4 Prozent der Schülerinnen und Schüler befanden sich in diesem Jahr auf dem Weg zum Abitur nach zwölf Jahren. Schülerinnen und Schüler, die unter G9-Bedingungen in ein Gymnasium aufgenommen worden waren, konnten weiterhin ihre allgemeine Hochschulreife nach 13 Jahren erwerben.

Bereits im Jahr 2008 erlaubte das Hessische Kultusministerium den Gymnasialzweigen an kooperativen Gesamtschulen, zu G9-Jahrgängen zurückzukehren. Weitere vier Jahre später wurde die Möglichkeit auch den Gymnasien eröffnet. Bereits 2014 lernten fast ein Drittel der Schülerinnen und Schüler (30,2 Prozent, 4055) wieder in G9-Jahrgängen und noch gut zwei Drittel (69,8 Prozent, 9382) in G8-Jahrgängen. „Der Umstieg vieler Gymnasien zurück zur Option des Abiturs nach 13 Schuljahren verlief damit ähnlich zügig wie die Umstellung auf G8-Jahrgänge ab 2004“, fasst Stadtrat Schneider den Trend zusammen. „Für die Stadt Frankfurt am Main hatte das erhebliche Konsequenzen: Mit der Einführung von G8 wurden an den Schulen Räume frei, die wegen der steigenden Zahl an Schülerinnen und Schülern dringend benötigt wurden. Nach der Rückkehr zu G9 fiel dieser Puffer weg. Die Gymnasien überschritten ihre Kapazitätsgrenzen, es wurden kurzfristig Erweiterungen und Neubauten nötig.“

Von den 32 Gymnasien oder kooperativen Gesamtschulen mit Gymnasialzweig, die 2019 bestanden, boten sieben noch G8-Jahrgänge an. Sechs Schulen waren reine G8-Gymnasien. An der privaten Anna-Schmidt-Schule bestanden als einziger Schule G8- und G9-Jahrgänge nebeneinander.