Lebensart / Ernährung – Rettet Veganismus unsere Zukunft?

Thema Ernährung und Lebensart: Mit einer veganen Lebensweise lässt sich jedoch nicht nur die eigene Gesundheit schützen.

Rettet Veganismus unsere ZukunftLebensart / Ernährung – Veganismus: Die vegane Lebensweise gewinnt seit einigen Jahren rasant an Popularität und wird zum zentralen Thema für jeden, der sich mit Klimaschutz, Massentierhaltung und Nachhaltigkeit auseinandersetzt. Veganismus ist in aller Munde – und wird aus den verschiedensten Beweggründen praktiziert.

So gibt es immer mehr vegan challenges in den Sozialen Medien, vermehrt Kochbücher oder Food-Blogs, die sich ausschließlich auf pflanzliche Mahlzeiten konzentrieren und sogar Discounter wie Lidl bewerben in ihren Prospekten immer mehr Produkte, wie die veganen Burger-Patties oder Tofu-Sorten in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Handelt es sich hier lediglich um einen vorübergehenden Trend, oder ist diese Lebensweise unumgänglich zur Rettung unserer Gesundheit und Umwelt?

Medizinische Erkenntnisse und ökologische Aspekte

Nach heutigem Forschungsstand ist es ein Fakt, dass eine pflanzenbasierte Ernährung, die auf tierische Produkte verzichtet, das Risiko für zahlreiche Krankheiten unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft senken kann. Hierzu zählen Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Krebs. Veganer leiden seltener unter Übergewicht, was wiederum positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Viele Mediziner und Ernährungsexperten gehen davon aus, dass sich unsere häufigsten Todesursachen auf unsere Ernährungsgewohnheiten zurückführen und somit auch vermeiden lassen.

Essen Sie weniger tierische gesättigte Fette und mehr Ballaststoffe und vitaminreiche Pflanzenkost, beugen Sie koronaren Herzerkrankungen sowie zu hohem Cholesterin vor und sorgen dafür, dass Ihr komplettes Verdauungssystem optimal funktioniert. Dies setzt jedoch voraus, dass der Speiseplan viele möglichst unverarbeitete Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse enthält.

Mit einer veganen Lebensweise lässt sich jedoch nicht nur die eigene Gesundheit schützen, sondern auch die Umweltbilanz verbessern.

Die Nutztierhaltung verursacht ein hohes Maß an Emissionen, da zum einen Rinder bei der Verdauung ihrer pflanzlichen Nahrung Methan freisetzen. Zum anderen stoßen Unternehmen der Fleisch- und Milchproduktion, die für Haltung, Transport und Schlachtung verantwortlich sind, große Mengen gefährlicher Treibhausgase aus. Hier unterscheidet sich Biohaltung nicht wesentlich von der konventionellen.

Zudem würde sich ein Verzicht auf die massenhafte Fleischproduktion ressourcenschonend auswirken: Der Großteil des weltweit zur Verfügung stehenden Wassers fließt in die Landwirtschaft. Davon wird für die Haltung der Tiere und Bewässerung deren Nahrung ein Vielfaches im Vergleich zum Anbau pflanzlicher Lebensmittel verbraucht. Ein weiteres Stichwort – das Welthungerproblem. Die Nahrungsmittel, die für die Nutztierhaltung eingesetzt werden, könnten der Ernährung in Entwicklungsländern dienen, in denen Wasser- und Lebensmittelknappheit herrscht.

Mit der weltweiten Einstellung der Massentierhaltung wären laut einem Artikel der WELT Kompakt vom 07.12.2017 ganze 33 Millionen Quadratkilometer mehr Land – etwa zum Anbau von Nahrungsmitteln für die Weltbevölkerung – verfügbar.

Mögliche Risiken einer veganen Ernährung

Durch den Verzicht auf tierische Produkte kann es jedoch neben all den positiven Effekten zu einem eventuellen Mangel an gewissen Nährstoffen kommen, wenn diese mit der Nahrung nicht ausreichend aufgenommen werden.

Hierzu zählen beispielsweise essentielle Omega-3-Fettsäuren, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie Vitamin B12.

Bei einer veganen Ernährungsweise ist es daher wichtig, sich mit den einzelnen Lebensmitteln zu beschäftigen und mit deren Nährstoffgehalt auseinanderzusetzen. Omega-3-Quellen finden sich auch im pflanzlichen Bereich problemlos. Vitamin B12 kann als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.

Vegane Ernährung im Alltag

Den gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Bewusstsein und weniger Fleischkonsum nutzt auch die Lebensmittelindustrie, um vegetarische und vegane Alternativen zu entwickeln und zu vermarkten. Wo Tofu vor einigen Jahren nur im Biomarkt oder Reformhaus erhältlich war, haben mittlerweile sogar die führenden Discounter wie Lidl oder Aldi Fleisch- sowie Milchersatzprodukte in Bio-Qualität im Sortiment.

Das weit verbreitete Denken, vegane Ernährung sei teurer als normale Mischkost, kann eindeutig widerlegt werden. An den Rezepturen wird außerdem fortlaufend gefeilt: So unterscheiden sich die Ersatzprodukte geschmacklich kaum noch von ihrem nicht-veganen Original.

Weiterführende Quellen

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Hessen-Tageblatt – Lebensart Redaktion 2020
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