Stadt Hanau – „Lernen in allen Facetten“ – Jahresbericht des Kulturforums dokumentiert positive Entwicklung

Hessen-Tageblatt - Presseportal - Hanau -Stadt Hanau – „Das Kulturforum Hanau hat sich in den drei Jahren, die es jetzt in Betrieb ist, als entwicklungs-und zukunftsfähige Kultur-und Bildungseinrichtung erwiesen. Stadtbibliothek, Stadtarchiv, Medienzentrum und Bildarchiv können unter diesen idealen Rahmenbedingungen ihre ganze Wirkung entfalten.“ Der dieser Tage vorgelegte Jahresbericht 2018, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky, dokumentiere auf eindrucksvolle die hervorragende Arbeit des Kulturforums und bestätige die seinerzeit getroffene Entscheidung, „die Kultur mitten in die Stadt zu holen und unter einem Dach zu vereinen.“ Alle beteiligten Institutionen profitierten voneinander und von der zentralen Lage sowie von der attraktiven Raumgestaltung und den vielfältigen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.

Dabei haben sich auch die Schwerpunkte in der inhaltlichen Arbeit der Institutionen verschoben. „Lernen in allen Facetten ist ein zentrales Thema des Kulturforums geworden. Die Synergien der einzelnen Einrichtungen im Haus, insbesondere der Bildungsberatung des Hessencampus und der Volkshochschule, erzeugen Innovation und Weiterentwicklung“, beschreibt die Leiterin des Kulturforums, Beate Schwartz-Simon, die positiven Veränderungen, die sich am neuen Standort ergeben haben.

Als ein herausragendes Beispiel benennt sie die Lernwerkstatt, die dem immensen Bedarf an Lernangeboten Rechnung trägt. Mit dem Konzept „Lernen lernen“ ergänze sie formale Lernangebote in Hanau und biete eine Fülle von individuellen Anknüpfungspunkten für wissbegierige Hanauerinnen und Hanauer. Bei dem im Herbst 2018 eingeführten Angebot unterstützen Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter Menschen, die sich etwas Neues aneignen wollen. Die Lernwerkstatt startete mit zwei Tagen in der Woche und war vom Start weg sehr gut besucht. Insgesamt 86 Lernende konnten unterstützt werden. Vom zweiten Quartal 2019 an werden die Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter die Lernwerkstatt an jedem Wochentag öffnen.

Eine große konzeptionelle Veränderung innerhalb der Einrichtung hat nach den Worten von Schwartz-Simon nach dem Umzug an den Freiheitsplatz auch die Stadtbibliothek durchlaufen. „Sie ist im und mit dem Kulturforum ein ‚dritter Ort‘ geworden, der Menschen und Medien zusammenbringt.“ In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies: Neben 384.352 Ausleihen war die Stadtbibliothek Gastgeberin bei 495 Veranstaltungen, die von 10.400 Menschen besucht wurden. Besonderer Höhepunkt war dabei die Aktion „Hanau liest ein Buch“, die in diesem Jahr zum siebten Mal stattfand. In 110 Veranstaltungen lasen 100 Menschen aus dem Roman „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ von Susann Pásztor. „Trotz oder wegen des Themas Tod und Sterben war es einer der erfolgreichsten Auflagen des Lesefestes“, beschreibt die Leiterin des Kulturforums die zehn Tage als höchst intensiv und als besonderes Glanzlicht im Bibliotheksalltag.

Die in der Stadtbibliothek bereitgestellten 16 PCs wurden insgesamt 28.870 Stunden genutzt. Per Wlan wurde ein Datenvolumen von drei Terra-Byte pro Monat zur Verfügung gestellt. „Statistische Zahlen und gelebtes Bibliotheksleben zeigen deutlich, dass die Stadtbibliothek Hanau im Zeitalter der Digitalisierung angekommen ist“, stellt Beate Schwartz-Simon, fest. Das zeigt sich auch beim Medienbestand, der im physisch vorhandenen Bereich von 140.615 (2017) auf 142.455 gestiegen ist. In der digitalen Welt ist der Zuwachs deutlich größer. Über den OnleiheverbundHessen konnten 202.116 Exemplare (2017: 169.128) zur Verfügung gestellt werden.

Mit 399 443 Besuche in 2018 ist die Zahl der Besuche knapp unter der 400.000-Marke geblieben, die in 2017 erstmals in der Geschichte der Bibliothek übertroffen werden konnte. „Wir stabilisieren uns auf einem sehr hohen Niveau,“ stellt die Leiterin fest. Täglich würden zwischen 1.200 und 1.400 Besucherinnen und Besucher registriert. Von den derzeit 12.922 ausgegebenen Bibliotheksausweisen entfallen 8.695 auf Hanauer Bürgerinnen und Bürger. Doch das Einzugsgebiet reiche über Offenbach bis den Rodgau und über Aschaffenburg bis den Kahlgrund.

Dabei ist der Bibliotheksausweis viel mehr als eine „Ausleihkarte“. Ausweisnummer und Passwort dienen als Login für den Onleiheverbund Hessen, das Munzinger-Archiv, die Naxos Musikbibliothek für klassische Musik und jazz, über eintausend aktuelle Tageszeitungen aus aller Welt und den Zugang zu den Computern in der Stadtbibliothek. Auch Gebührenzahlungen oder der Kauf von Eintrittskarten für Veranstaltungen im Kulturforum klappen mühelos mit dem Bibliotheksausweis. Die Leserinnen und Leser können ihr Medienkonto auch vom Urlaubsort aus verwalten, Verlängerungen oder Vormerkungen vornehmen. Und das Schließfach im Kulturforum funktioniert auch damit.

„Angemessene Rahmenbedingungen hat auch das Stadtarchiv nach dem Umzug ins Kulturforum“, so Martin Hoppe, Leiter des Fachbereichs Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen. Dank des neuen Magazins könnten wieder sowohl archivwürdige Akten aus der Stadtverwaltung übernommen als auch private Nachlässe oder Schenkungen von Hanauer Persönlichkeiten aufgehoben werden. Konkret wurden in 2018 rund 1580 Vorgänge neu angelegt, das heißt, die entsprechenden Dokumente wurden inhaltlich erschlossen, findbar gemacht und fachgerecht gelagert. Darunter befanden sich Akten der Stadtkasse, der Rütgerswerke, der Frankfurter Rundschau, aber auch mehrerer Schulen. Die verbesserten Bedingungen im Stadtarchiv dokumentieren sich auch in steigenden Besuchs-und Benutzungszahlen. So kamen Im Jahr 2018 insgesamt 489 Besucherinnen und Besucher ins Stadtarchiv. Die Zahl der Nutzungen stieg von 590 auf 713. 81 Personen nahmen an Führungen durch das Stadtarchiv teil. Daneben hat Stadtarchivarin Monika Rademacher 588 (2017: 505) schriftliche Anfragen bearbeitet.

Positive Wechselwirkungen ergeben sich nach den Worten von Martin Hoppe vor allem auch durch die Nähe verschiedener Angebote zueinander, die durch das große Spektrum an Informationen und Medien an einem Platz für eine hohe Attraktivität sorgen. Neben dem Stadtarchiv haben auch die Landeskundliche Abteilung sowie die überregional wirkende Wetterauische Gesellschaft für die gesamte Naturkunde zu Hanau 1808 e.V. und der Hanauer Geschichtsverein 1844. e.V. eine neue Heimstatt gefunden, die mit ihren Beständen der regionalen naturkundlichen und historischen Forschung ein besonderes Gewicht geben.

Das Medienzentrum Hanau bietet mit dem Online-Medienportal Edupool allen hessischen Lehrkräften die Möglichkeit, im Medienbestand des Medienzentrums zu recherchieren, Medienlisten anzulegen, Online-Medien herunterzuladen, direkt anzusehen oder Schülern freizugeben, das eigene Verleihkonto einzusehen und Software herunterzuladen. „Die Nutzung des Portals steigt von Jahr zu Jahr“, erläutert die Leiterin Astrid Basermann. So seien 2018 1100 Gigabyte heruntergeladen (2017: 768 GB) worden. Die Ausleihe von Filmen auf physischen Datenträgern/DVD nehme hingegen stetig ab. Das gilt auch für die Ausleihzahlen von Equipement. In Ergänzung zu der technischen Ausstattung der Hanauer Schulen hält das Medienzentrum u.a. Tablet-PCs, Notebooks, Beamer, Dokumentenkameras, digitale Foto-und Videokameras und Verstärkeranlagen bereit, die 2018 insgesamt 105mal ausgeliehen wurden (2017: 163)
Das Kommunale Bildarchiv der Brüder-Grimm-Stadt ist mit mehr als 360.000 Belichtungen eines der größten Hessens. In der Bilddatenbank sind inzwischen rund 17.800 Aufnahmen aus der Hanauer Geschichte und Zeitgeschichte digital erfasst. Nach wie vor werden auch Fotoabzüge historischer Aufnahmen bestellt, 2018 waren es 173 Exemplare. Zum 85. Geburtstag des Bildarchivs ist eine Ausstellung mit 24 Tafeln zu seiner Geschichte erarbeitet worden. Sie ist das ganze Jahr 2019 zu sehen.

Neu hinzugekommen ist in 2018 die Kooperation mit dem Studienseminar Hanau für Grund-, Haupt-, Real-und Förderschulen. „Das Studienseminar hat seine Bibliothek räumlich und fachlich in die Obhut der Stadtbibliothek gegeben. Die rund 1.000 Medien des Studienseminars sind seit November 2018 dort aufgestellt und zu den Öffnungszeiten des Kulturforums nun besser für alle Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst zu erreichen. Die Titel sind über den Online-Katalog der Stadtbibliothek recherchierbar,“ zählt Beate Schwartz-Simon die Vorteile dieser Lösung auf.

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