Wiesbaden – Vortrag im Stadtmuseum am Markt am Dienstag, 27. November

Hessische-Nachrichten - Wiesbaden - Aktuell -Wiesbaden – Die Vortragsreihe im „sam – Stadtmuseum am Markt“ im Rahmen des Begleitprogramms zur aktuellen Sonderausstellung „Industrie und Holocaust: Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“ findet ihre Fortsetzung am Dienstag, 27. November, um 19 Uhr. Dann spricht Dr. Rolf Faber in seinem Vortrag über „Leben und Schicksal des letzten Wiesbadener Rabbiners Paul Lazarus“.

Die internationale Wanderausstellung aus Erfurt erzählt die Firmengeschichte von Topf & Söhne, eines ganz normalen mittelständischen Unternehmens, das von 1939 bis 1945 mit der SS zusammenarbeitete. Die Anfertigung, Lieferung und Wartung von Verbrennungsöfen für Konzentrations- und Vernichtungslager wurden wie alle anderen Arbeitsvorgänge des Unternehmens betrachtet und gehandhabt. Der Auftraggeber sollte durch gute Arbeit und lösungsorientierte Strategien zufrieden gestellt werden.

Die Verwendung der gestellten Produkte wurde nicht hinterfragt. Ohne Zwang und Aussicht auf großen Profit machte die Führungsriege von Topf & Söhne sich selbst sowie ihre MitarbeiterInnen zu Mitwissern und Mittätern, die in ihrem eigenen Handeln nichts Illegales oder Unmoralisches entdecken konnten. Die wissenschaftlich hervorragend aufgearbeitete Ausstellung belegt die Zusammenarbeit über Schlüsseldokumente des Betriebes, Akten der SS-Bauleitung sowie Verhörprotokollen aus Moskau und fragt unter anderem nach den Handlungsspielräumen der Beteiligten.

Die Vortragsreihe im Stadtmuseum möchte über die Ausstellung hinaus, auch die Historie der eigenen Stadt betrachten. So wird Dr. Faber sich dem „Leben und Schicksal des letzten Wiesbadener Rabbiners Paul Lazarus“ zuwenden und sein Wissen mit den Besuchern teilen. Paul Lazarus war gebürtig aus Nordrhein-Westfalen und kam 1918, nachdem er im Ersten Weltkrieg gedient hatte, in die heutige Landeshauptstadt. Hier war er 20 Jahre als Rabbiner tätig, bevor er 1939 nach Palästina emigrierte. Von seiner Schaffenszeit in Wiesbaden, aber auch von den anschließenden Jahren in Haifa weiß Dr. Faber zu berichten.

Dr. Rolf Faber ist Jurist, Heimatforscher und derzeit Stadtteilhistoriker. Als Jurist war er u.a. am Wiesbadener Landgericht und im Thüringer Justizministerium in Erfurt tätig. Zur Wiesbadener und Biebricher Stadtgeschichte hat er mehrere Bücher, zuletzt zu den Wiesbadener jüdischen Juristen, sowie zahlreiche Artikel veröffentlicht. Er ist Vorsitzender des Vereins für nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung e.V. Seit 2010 ist er Mitglied in der Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen.

Der Eintritt zum Vortrag beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

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Herausgeber / Ansprechpartner:
Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden
Schlossplatz 6
65183 Wiesbaden

 

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