Frankfurt am Main – Zehn Jahre Malteser Migranten Medizin in Frankfurt

Oberbürgermeister Peter Feldmann: Gesundheitsversorgung für alle Menschen sicherstellen

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10 Jahre Malteser Migranten-Medizin (Foto vom 28.11.2016).
V.l.: Barbara Gräfin von Brühl (Projektleitern), Vinciane Gräfin von Westphalen (Vizepräsidentin Malteser Deutschland), OB Peter Feldmann, Annette Lehmann (Stadtbeauftragte Malteser Hilfsdienst e.V. Frankfurt).

Frankfurt am Main – (kus) Was selbstverständlich sein sollte, ist es leider nicht: In Deutschland haben viele Menschen keine Krankenversicherung und damit keinen regulären Zugang zu medizinischer Versorgung. Diese muss oft durch ehrenamtliche Helfer sichergestellt werden.

Seit den 1990er Jahren haben zahlreiche nicht-staatliche Organisationen und zivilgesellschaftlich Engagierte in immer mehr Städten eine teils informelle, auf Spenden beruhende, Versorgungsstruktur aufgebaut.

In Frankfurt entstand so vor zehn Jahren die Malteser Migranten Medizin (MMM). Hier werden Menschen, die keinen Aufenthaltstitel und/oder keine Krankenversicherung haben, kostenlos behandelt und so der Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung sichergestellt.

Ehrenamtlich tätige Ärzte und Praxisassistentinnen tragen diese Ambulanz und vermitteln die Patienten falls erforderlich weiter an kooperierende niedergelassene Ärzte und Kliniken sowie an Dienste der Migrationsberatung, Rechtsanwälte und karikative Anlaufstellen. „Seit zehn Jahren versorgt die MMM Frankfurter ohne Krankenversicherung. Menschen, die starke Schmerzen aushalten, ohne zum Arzt zu gehen, weil dann vielleicht eine Ausweisung droht. Die MMM ist für uns ein Gebot der Nächstenliebe und will Leben schützen. Ohne uns würden diese Patienten vor unserer Haustür an meist leicht zu behandelnden Krankheiten leiden und letztendlich sterben – in einem Land mit der nahezu besten medizinischen Versorgung der Welt. Das darf nicht sein“, sagte Annette Lehmann, Stadtbeauftragte Malteser Frankfurt.

„Wir setzen uns gemeinsam für eine reguläre Gesundheitsversorgung aller Menschen -unabhängig vom Aufenthaltsstatus- ein“, mahnte Oberbürgermeister Feldmann im Rahmen des Empfangs zum zehnjährigen Bestehen im Haus am Dom und sagte weiter: „Wir wollen einen Zugang zu sozialer und medizinischer Basisversorgung schaffen, eine angemessene Versorgung von werdenden und jungen Müttern sowie die notwendige ärztliche Behandlung von Kindern sicherstellen.“

Vor diesem Hintergrund leisten die Mitarbeiter viel, so der Oberbürgermeister und hob abschließend hervor: „In der Malteser Migranten Medizin werden nicht nur täglich Gesundheitsprobleme gelöst. Die vielen Ehrenamtlichen setzen sich aktiv für eine soziale Gesellschaft für alle ein. Dafür gilt ihnen unser ausdrücklicher Dank.“