Wiesbaden – Wie lebt es sich in Wiesbaden? – Erste Ergebnisse der Bürgerumfrage sind da

News-Welt24 - Wiesbaden - Aktuell -Wiesbaden (HE) – Wie lebt es sich in Wiesbaden? Die allermeisten Wiesbadenerinnen und Wiesbadener leben gerne in ihrer Stadt. Als kennzeichnend für Wiesbaden wird mehrheitlich das historische und grüne Stadtbild hervorgehoben.

Auch die geologische Besonderheit der Quellen und Bäder sowie die geographischen Lage, einbettet zwischen Rhein, Rheingau und Taunus sind Merkmale, mit denen die meisten Bewohner ihre Stadt identifizieren. Der Titel „Landeshauptstadt“ gehört für eine Mehrheit zum Wiesbadener Selbstverständnis genauso wie die Weinkultur und die vielen Gelegenheiten zum Feiern. Jüngere und ältere Wiesbadenerinnen und Wiesbadener unterscheiden sich jedoch tendenziell in ihrer Wahrnehmung und Verbundenheit mit der Stadt. So lassen sich erste Ergebnisse der Bürgerumfrage „Leben in Wiesbaden 2014“, die die Stadt Wiesbaden im Herbst durchgeführt hat und die derzeit ausgewertet wird, knapp zusammenfassen (siehe Bild 1).

82 Prozent der Befragten leben gerne in Wiesbaden. Nur 4 Prozent würden lieber woanders in der Region leben, weitere 8 Prozent an einem anderen Ort in Deutschland und 3 Prozent lieber im Ausland, wenn sie es sich aussuchen könnten (Bild 2). Während Befragte über 65 Jahren zu 90 Prozent gerne hier leben, ist die Verbundenheit mit dem Wohnort bei den unter 30-Jährigen mit 72 Prozent deutlich schwächer ausgeprägt. Immerhin sprechen sich jedoch auch in dieser jungen Altersgruppe, deren Lebensplanung häufig noch weniger festgelegt ist, drei von vier Befragten im positiven Sinne für Wiesbaden als Wohnort aus. Insgesamt zeigt sich: Je älter die Befragten und je länger die Wohndauer in Wiesbaden, umso lieber wird in Wiesbaden gewohnt.

Trendunterschiede gibt es auch darin, was jüngere und ältere Befragte als charakteristisch für ihre Stadt herausstellen: Beispielsweise wird Wiesbaden von mehr als 30 Prozent der über 65-Jährigen das Attribut „Messe und Kongressstandort“ zugeschrieben, aber nur von 10 Prozent der 30- bis 39-Jährigen und nur von 7 Prozent der unter 30-Jährigen. Auch die Etiketten „Tor zum Rheingau, Weinkultur“ sowie „schöne Veranstaltungen“ stoßen bei den Jüngeren auf weniger Resonanz als bei älteren Befragten. Tendenziell von Jüngeren häufiger gewählt wird die Charakterisierung „Hauptstandort amerikanischer Streitkräfte in Europa“ sowie „Stadt des gehobenen Lebensstils, reich, teuer edel“. Auch der Titel „Landeshauptstadt“ wird etwas öfter zur Beschreibung der eigenen Stadt herangezogen, je jünger die Befragten sind.

Was macht für die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener die hohe Lebensqualität in ihrer Stadt aus? Von den in der Umfrage thematisierten Aspekten der öffentlichen Infrastruktur (Bild 3) sind die Befragten besonders zufrieden mit den Grünanlagen und Parks (83 Prozent der Befragten sind damit zufrieden oder sehr zufrieden), der ärztlichen Versorgung (82 Prozent) und den wohnungsnahen Einkaufsmöglichkeiten (78 Prozent) in Wiesbaden. Auch die kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen (67 Prozent Zufriedene), die öffentlichen Verkehrsmittel (63 Prozent) sowie die Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten (59 Prozent) in der Landeshauptstadt erhalten insgesamt gute Bewertungen. Anlässe zur Unzufriedenheit bestehen bei der Sauberkeit des Stadtbildes (27 Prozent unzufrieden oder sehr unzufrieden), beim Lärmpegel (20 Prozent) und der öffentlichen Sicherheit (knapp 19 Prozent). Besonders ungünstig werden Fahrradwege und Radverkehrssicherheit beurteilt: Insgesamt 36 Prozent aller Befragten sind hiermit unzufrieden, darunter 16 Prozent sehr unzufrieden.

Was wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger für und von ihrer Stadt? Neben der Möglichkeit einer offenen Problembeschreibung wurden die Befragten gebeten, für eine Reihe von aufgelisteten Aufgaben zu entscheiden, welche aus ihrer Sicht in Wiesbaden besonders vordringlich sind, und welche weniger wichtig. Ganz oben auf der so erstellten „Bürgerwunschliste“ (Bild 4) stehen demnach ordnungspolitische Maßnahmen wie die Sauberkeit von Straßen und Plätzen (für 77 Prozent vordringlich), Maßnahmen für Sicherheit und Ordnung (73 Prozent) und die Sicherung der Stadtfinanzen (68 Prozent), aber auch soziale Anliegen wie die Sicherung des selbständigen Lebens und der Pflegesituation älterer Menschen (77 Prozent), preisgünstigen Wohnraum schaffen (74 Prozent) und Armut und soziale Ausgrenzung bekämpfen (71 Prozent).

Welches sind aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger die wichtigsten Probleme in Wiesbaden? Hierzu konnten die Befragten frei antworten und ihre wichtigsten Themen benennen. Diese Möglichkeit wurde von vielen Befragten ausführlich genutzt: Mehrere Tausend teils ausführliche Antworten werden derzeit vom städtischen Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik, das die Befragung im Auftrag des Magistrats konzipiert und durchgeführt hat, gesichtet, zusammenfassend ausgewertet und dokumentiert.

Insgesamt war die Auskunftsbereitschaft der Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger bei der städtischen Befragungsaktion hoch. Von den knapp 9.000 per repräsentativer Zufallsauswahl angeschriebenen Bürgerinnen und Bürgern haben sich etwa 3.000 beteiligt und „stellvertretend“ für die Wiesbadener Bürgerschaft anhand des umfangreichen Fragenkatalogs ihre Meinungen abgegeben und Auskunft über ihre Lebenssituation und ihr Verhältnis zur Stadt erteilt. Aufgrund der hohen Teilnahmequote und der guten Abbildung der Wiesbadener Bevölkerungsstruktur kann die Aussagekraft der Erhebung als hoch eingestuft werden.

Detaillierte Umfrageergebnisse werden demnächst öffentlich zugänglich gemacht. In loser Folge werden dann Ergebnisse zu den verschiedenen Themen der Befragung vorgestellt, wie zum Beispiel zur Wahrnehmung und Bewertung der Stadt, zur Wohn- und Verkehrssituation, zum politischen Interesse und Bürgerbeteiligung.

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Herausgeber / Ansprechpartner: Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden
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